Der Triops lebt in temporären
Gewässern, das bedeutet,
dass diese Gewässer nur für kurze Zeit existieren. Diese
entstehen in der Regel
durch Regenfälle und Überschwemmungen.
(mehr zum Thema: Lebensraum)
In dem Sand- oder Erdboden befinden sich die Eier der Triops.
Unverwüstliche
Dauereier
Triopseier:
Da die Triops in den Sand -
oder Erdboden ihre Dauereier gelegt haben, die bis zu 30 Jahre oder
sogar mehr
überstehen und dabei problemlos mit kalten Wintern und heißen Sommern
zurechtkommen und auch Stöße aushalten, können nun bei der nächsten
Überschwemmung oder Pfützenbildung die Nauplien schlüpfen. Die Eier
überstehen
sogar Behandlungen in Flüssigem Stickstoff oder in Kochendem Wasser.
Giftgase
machen ihnen auch nichts aus.
Es ist den Eiern dabei
egal,
ob sie schon 1, 2 oder sogar 30 Jahre im Trockenen liegen, kommt Wasser
auf die
Eier schlüpfen sie, allerdings nicht alle. Dadurch schützen sie sich
vor zu schnell austrocknenden Wasserstellen.
Die
Eier werden nur 0,6 - 1 mm groß und sind somit im Sand oder in der Erde
kaum bis gar nicht zu erkennen.
Ein
kurzes aber aktives Leben
Kommt nun z.B. im Frühling
der "große Regen" und überschwemmt die Triopseier, schlüpfen
innerhalb weniger Stunden bis Tage ganz viele winzige ca. 1mm große
Nauplien
aus den Dauereiern.
In den ersten Tagen
durchlaufen sie 4 Nauplienstadien und verdoppeln bis verdreifachen ihre
Größe
pro Tag. Nach 3 - 4 Tagen haben sie dann ihre endgültige Triopsform
erreicht
und werden bis zum 8. - 16. Tag geschlechtsreif. Sie haben jetzt schon
eine
beachtliche Größe von (je nach Art) 2 - 5 cm erreicht.
Ab jetzt wird nur noch
gefressen, gewachsen und täglich bis zu 200 Eier pro Tier in den Boden
vergraben.
Nach 6 - 14
Wochen haben die
Triops ihr endgültiges Alter erreicht und sind nun (je nach Art) bis zu
14 cm
groß geworden, solange ihr Gewässer nicht schon vorher ausgetrocknet
ist.
Ein Video von mir
von "Triops cancriformis", einer Art, die auch in Deutschland heimisch
ist:
( Die Tiere wurden nach dem Videodreh natürlich wieder in ein großes Becken umgesetzt)
Selbst ist die Frau
Da
bei den
meisten
Triopsarten männliche Tiere so gut wie gar nicht vorkommen, müssen
Triops eine
Jungfernzeugung betreiben. Dies geschieht, indem die Weibchen ihre
Erbsubstanz
kopieren und in den Dauereiern speichern. Sie klonen sich sozusagen
selbst. Bei Arten, wie dem Triops granarius liegt der Männchen-anteil
jedoch bei 40 %, da sich diese Art geschlechtlich fortpflanzen muss.
Für
jede Größe eine neue Haut
Um in das nächste Stadium
der Entwicklung zu gelangen und um größer zu werden, müssen die Triops
sich
ständig häuten, da ihre Chitinhülle nicht mitwachsen kann.
In den ersten Tagen
häuten
sie sich 1 - 2 mal pro Tag, das wird aber von Tag zu Tag weniger. Das
gleiche
Prinzip benutzen auch fast alle Krebstiere, wobei diese aber keine
Nauplienstadien durchlaufen müssen, sondern seit dem Schlupf voll
entwickelte
Krebstiere sind. Wenn sich ein Triops häutet, sieht das etwas
krampfhaft aus.
Er schwimmt dabei mehrmals etwas nach oben und windet sich dann sehr
stark,
indem er den Schwanz in alle Richtungen biegt und den Panzer aufstellt.
Nach
ca. 1 - 30 Minuten ist der Akt meistens erledigt und der Triops
schlüpft aus
seiner Alten Hülle, die dann neben ihm zu Boden fällt.
Die
älteste Tierart der Erde
Mit diesen Voraussetzungen
und Eigenschaften lebten sie bereits mit den ersten Dinosauriern
zusammen und
sahen sie wieder aussterben, trotzten den Extrembedingungen, die die
Dinos
dahinrafften und leben jetzt genau wie vor 220 Millionen Jahren mit der
gleichen Überlebensstrategie.
Triops sind
Allesfresser, die Algen, ins Wasser fallende Insekten,
Mückenlarven usw. fressen. Auch Regenwürmer werden gefressen. In ihrem
Lebensraum, den temporären Gewässern, finden sie das reichlich. Wenn
der große
Regen im Frühling kommt und die Wiesen und die Erde überflutet sind
schon die
ersten Opfer gefangen und ertrinken: die Regenwürmer. Diese dienen
später den
Triops als Nahrung. Die Erde, die aufgespült und gewässert wurde
enthält
viele Nährstoffe, wo sich Kleinstlebewesen und Algen schnell vermehren
und den
frisch geschlüpften Nauplien als Erstnahrung dienen. In den nächsten
Tagen
kommen viele Insekten an das Gewässer, um Eier zu legen. Dabei bleiben
oft
Insekten an der Wasseroberfläche kleben und verenden, was den Triops
dann
auch wieder als Nahrung dient. Aus den gelegen Eiern der Insekten
schlüpfen
dann die Larven, wie z.B. die Mückenlarve. Die ist eine gute,
eiweißreiche
Beute für die Triops. Auch verendete Artgenossen werden gefressen. Mit
diesem
reichen Nahrungsangebot können die Urzeitkrebse so ein extrem schnelles
Wachstum erreichen. Herrscht extreme Futterarmut werden sie sogar zu
Kannibalen.
Heute
leider immer seltener
Der bei uns heimische Triops
cancriformis war früher sehr oft in Pfützen anzutreffen und keiner
wusste, wie
sie dort hinein kamen. Also dachte man, sie regnen vom Himmel hinab.
Leider
ist unser Triops
heutzutage sogar vom Aussterben bedroht, da immer mehr Flussläufe
begradigt
werden, und somit die Überschwemmungsgebiete trockengelegt werden. Auch
werden
unscheinbare Pfützen einfach von z.B. Bauern zugeschüttet, da diese
nicht
wissen, das dort ein Lebensraum für Triops existiert. Die Wiesen, die
jährlich
überschwemmen oder wo sich große Pfützen bilden, werden auch
unwissentlich zu
Feldern ausgebaut und der Lebensraum für Triops wird immer kleiner.
Zudem
werden durch die Düngemittel auf Feldern die Tümpel und Pfützen
verseucht.
Quellen:
Die Dinosaurier wurden von mir aus dem Buch "Dinosaurier Wie sie lebten
- warum sie ausstarben" von Tim Gardom und Angela Milner, und
durch die Bassermann´sche Verlagsbuchhandlung, D-65527 Niederhausen/Ts.
veröffentlicht, abfotografiert und von mir in ein von mir
fotografiertes Bild eingefügt.